Autor: senfmitstil

  • Zwäbrigge-Tour

    Links rum und nur Ärger (aber mit Worscht)

    Normalerweise fahren die Worschbrüder ihre Runden immer rechts herum. Bevor jetzt jemand denkt, das hätte politische Gründe – nein! Das ist reine Sicherheitsphilosophie.

    Stellt euch vor, ihr fahrt in Mannheim im Quadrat einmal um einen Häuserblock. Fahrt ihr rechts herum, kann euch theoretisch nur einer von hinten umfahren. Das Risiko besteht zwar links herum ebenfalls, aber dort müsst ihr zusätzlich ständig den Gegenverkehr beim Linksabbiegen kreuzen. Das ist eindeutig stressiger.

    Doch dieses Mal sollte alles anders werden.

    Gestartet wurde alleine von zu Hause aus, Treffpunkt war Wörth. Gemeinsam ging es über den Rhein – direkt hinein ins badische Feindesland – und auf dem Rheindammradweg Richtung Germersheim. Die Strecke sind wir schon unzählige Male gefahren, allerdings immer in die andere Richtung – also rechts rum. Es war tatsächlich spannend, die bekannte Landschaft einmal von der „Rückseite“ kennenzulernen.

    Die Orientierung war dabei ganz einfach: Schulterblick nach hinten – und plötzlich sah alles wieder vertraut aus. Funktioniert tatsächlich!

    Bei Leopoldshafen führte der Weg direkt am Rhein entlang, vorbei an den beiden markanten Hügeln bis zur Insel Rott. Kurz vor Germersheim ging es dann links auf die Rheinbrücke. Und genau dort begann das Drama.

    Uns kamen zahlreiche Radfahrer entgegen und gefühlt hatte jeder Zweite etwas zu meckern. Zumindest der kleine Bruder durfte sich sämtliche Kommentare anhören. Der große Bruder hingegen war innerlich schon bereit, den ersten Motzkopp samt Fahrrad fachgerecht über das Geländer zu helfen. Zum Glück blieb es bei Gedanken – sonst hätte die Tour vermutlich einen ganz anderen Verlauf genommen.

    In Germersheim angekommen stand die wichtigste Entscheidung des Tages an: Worscht oder keine Worscht?

    Die Antwort war natürlich glasklar.

    Es geht schließlich keine zwei Touren ohne Worscht. Man muss schließlich auch mal essen, wenn man überhaupt keinen Hunger hat.

    Die Wahl fiel auf eine polnische Bratworscht. Vom Schwein, von der Kuh und vermutlich noch von allem, was gerade zufällig vorbeigelaufen ist. Genauer wollten wir es gar nicht wissen.

    Frisch gestärkt machten wir uns auf den Heimweg. Natürlich frischte genau jetzt der Wind ordentlich auf. Also hieß es: Gegenwind bis nach Hause. Besonders hart traf es den kleinen Bruder, der noch ganze 14 Kilometer weiter gegen den Wind ankämpfen durfte, bis er endlich seine Homebase erreichte.

    Fazit

    • Gute Strecke.
    • Gute Worscht.
    • Schlechte Richtung.
    • Zu viele motzende Radfahrer.
  • OFF-Grid LD-GER

    Die Worschtbrothers waren wieder on Tour!

    Treffpunkt war diesmal in Rohrbach. Aufgrund des starken Gegenwinds wurde die ursprünglich geplante Strecke kurzerhand direkt am Start umgeworfen. Der Plan: Erst gegen den Wind fahren, damit die Heimfahrt nach der Halbzeit größtenteils mit Rückenwind genossen werden konnte.

    Von Rohrbach ging es über Insheim und einmal am Landauer Bahnhof vorbei. Der kleine Bruder war dabei die ganze Zeit am Meckern – allerdings weniger über den Wind als über den schlechten Straßenbelag. Gleichzeitig nutzte er die Windschleppe des großen Bruders äußerst effizient, um sich den Kampf gegen den Gegenwind weitestgehend zu ersparen.

    Durch Landau führte die Strecke entlang der Draisinenstrecke in Richtung Germersheim. Heute war man dabei ganz bewusst „OFF-Grid“ unterwegs – also komplett ohne GPS oder Navigation. Einfach drauflos und der Nase nach.

    Am Bahnübergang Fuchsmühle kam man mit einem älteren, äußerst lustigen Mann ins Gespräch. Er erzählte, dass er seit Jahren kein Schnitzel mehr bekommen habe. Als er jedoch die beiden Worschtbrothers sah, stellte er fest, dass diese trotz ihres Namens offensichtlich genügend Schnitzel zu Hause bekämen. Seinen eigenen dicken Bauch erklärte er dagegen mit den Worten: „Der kommt nur von meinen Samensträngen.“ – Armer Mann…

    Nach einem kleinen Energiekick am Rastplatz vor Lustadt – eigentlich ja eher ein Dorf – ging es weiter nach Lingenfeld. Dort fiel die spontane Entscheidung, den Trusslachweg durch die Rheinaue zu nehmen.

    Doch dann kam der Endgegner: Treppen! Vom Hochufer runter in das Rheinbett und direkt wieder hinauf. Der große Bruder fühlte sich dabei wie ein Walross auf Land und kam aus dem Stöhnen kaum noch heraus. Aufgeben? Keine Option! Er biss die Zähne zusammen und kämpfte sich tapfer über jede einzelne Stufe.

    In Germersheim am Rhein wollte man eigentlich endlich eine Worscht testen. Doch ohne richtigen Hunger schmeckt selbst die beste Worscht nur halb so gut. Also blieb die Worscht liegen und die Reise ging weiter – gegen die Rheinströmung, symbolisch Richtung Basel.

    Über Lämerche, Neipoz und schließlich Rheinzawere führte der gemeinsame Heimweg, bevor sich die Wege der beiden Brüder wieder trennten.

    Am Ende standen rund 80 Kilometer ohne Navigation auf dem Tacho – und leider keine Worscht im Magen.

    Fazit: Die Worscht muss definitiv nachgeholt werden!

  • Plittersdorf

    Unsere Jungfernfahrt begann in Wörth am Rhein – Treffpunkt, Startlinie und vermutlich der letzte Moment, in dem noch alles geschniegelt aussah. Von dort ging’s voller Elan auf der rechten Seite den Rhein hinauf Richtung Plittersdorf. Dank der Fähre erreichten wir die östliche Rheinufer, ohne auch nur eine Wurstspitze nass zu machen.

    Durchs badische Exil kämpften wir uns tapfer Richtung Karlsruhe, stets angetrieben von Muskelkraft, fragwürdiger Navigation und der festen Überzeugung, dass irgendwo bald eine Worscht auf uns wartet. Und tatsächlich: Halbzeit! Der erste offizielle Worscht-Stopp wurde feierlich eingelegt – schließlich fährt kein Worschtbrother mit leerem Darm.

    Für den kleinen Bro gab es eine kleine Feine


    Und für den Großen eine Rote

    Bei Karlsruhe ging’s dann über die Rheinbrücke zurück in die geliebte Pfalz – dort, wo die Luft besser ist, die Menschen freundlicher sind, eine Worscht die vermutlich aromatischer ist und ein Schorle den man trinken kann.

    Kurz nach der Rückkehr kam der unvermeidliche Moment der Trennung. Beide Bros rollten alleine in die eigene Homebase zurück.

    Beide erschöpft, glücklich und mit dem festen Wissen: Das war erst der Anfang einer legendären Worschtbrothers-Saga.